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Fetale Alkoholspektrumstörung – FAS

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Fetale Alkoholspektrumstörung (FAS) – ein komplexes Krankheitsbild mit Entstehung in der Schwangerschaft einfach zusammengefasst von @Alltagstherapeutin auf Instagram. Johesha hat einen Gastbeitrag für euch geschrieben. Sie ist ebenfalls Ergotherapeutin, Jobcoach und Dozentin. Später berichte ich als Fachergotherapeutin für Kinder welcher Baustein in der Therapie bei mir niemals fehlen darf! Dies ist zum einen die Elternarbeit und zum anderen die Arbeit an der Resilienz des Kindes! Also dran bleiben lohnt sich!

 

 

 

Was ist die fetale Alkoholspektrumstörung überhaupt?

Es beschreibt den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Auch geringste Mengen können Organschäden verursachen mit lebenslangen Folgen. Das Krankheitsbild kann in der Ausprägung sehr unterschiedlich sein, abhängig von der Menge oder dem Zeitpunkt des Alkoholkonsums. Je nach Schwere der Erkrankungen ist eine Unterteilung in verschiedene Subtypen möglich. Der Oberbegriff für all diese Typen ist FASD. In Deutschland werden ca. 10.000 Kinder jährlich mit Alkoholschäden geboren, die Dunkelziffer ist deutlich höher.

Auf Grund von Scham für das eigene Fehlverhalten und Angst vor Stigmatisierung ist die Dunkelziffer sehr hoch und es entstehen Fehldiagnosen, da die Frauen den Alkoholkonsum nicht zugeben. In der Gesellschaft wird FASD häufig mit ADHS oder Trisomie 21 verwechselt.

Es gibt jedoch auch Mütter, die nicht bewusst Alkohol konsumiert haben in der Schwangerschaft. Sie wussten teilweise nichts von der Schwangerschaft, habe auf Geburtstagen Alkohol getrunken und er später die Schwangerschaft bemerkt. Hier spielt die psychische Belastung auf die Kindesmutter eine große Rolle.

Was gibt es für Auswirkungen?

Körperliche & organische Fehlbildungen (zu kleiner Kopf, Gesichtsdeformation, Minderwuchs, Untergewicht, Herzfehler, Schädigung des ZNS zählen unter anderem zu den Auswirkungen des Alkoholkonsums der Kindesmutter auf das Ungeborene. Außerdem zählen Intelligenzminderung, Entwicklungsstörungen, Lern- und Merkschwierigkeiten, verringerte Impulskontrolle, Hyperaktivität, eingeschränkte Handlungsplanung dazu. Die Reichweite der Folgen ist also sehr groß.

Weitere Informationen!

Die Diagnose kann erst nach der Geburt gestellt werden, oft auch erst im Verlauf der Kindheit, wenn sich das Störungsbild manifestiert. Die neurologischen Schäden sind unumkehrbar. Zur bestmöglich Unterstützung und je nach Ausprägung wird von Ärzten die Kombination aus Ergotherapie, Physiotherapie, Frühförderung und Logopädie empfohlen. Auch Psychotherapie und Verhaltenstherapie sind eine gute Möglichkeit zu intervenieren. Erste Studien an Mäusen zeigen, dass auch der Vater einen Einfluss hat. Alkoholkonsum kann die Gesundheit der Spermien verschlechtern, was die Wahrscheinlichkeit für FAS erhöht.

 

Ergotherapie bei FASD

Der Fokus der Ergotherapie liegt auf der Förderung der Konzentration, Motorik, Handlungsplanung, Sozialverhalten und Umgang mit Emotionen. Häufig erfolgreich eingesetzt wird dabei die sensorische Integrationstherapie. Gemeinsam mit den Familien wird ein geeigneter Therapieplan erstellt, um bestmögliche Erfolge zu erzielen. 

Kinder in suchtbelasteten Familien

Ca. 3 Millionen Kinder leben aktuell mit mindestens einem abhängigkeitserkranktem Elternteil in Deutschland. Das Kind wächst meist in ungünstigen soziodemografischen Bedingungen auf, erfährt eine instabile Eltern-Kind-Beziehung, soziale Ausgrenzung, Vernachlässigung bis hin zu psychischer und physischer Gewalt.
Den Kindern wird die Kindheit geraubt, sie müssen sehr früh erwachsen werden und sich um sich selber kümmern.
Auch die Trennung zu den Eltern und eine Fremdunterbringung haben eine immensen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Kinder (auch wenn diese Maßnahmen zum Schutze der Kinder sind).

Kinder aus suchtbelastenen Familien haben ein erhöhtes Risiko selber eine Suchterkrankung zu entwickeln, sowie weitere psychische Erkrankung wie Depression, Angst- und Persönlichkeitsstörungen zu bekommen. 

Welche Hilfsangebote gibt es?

Jede größere Stadt (oder Kreis) hat eine Drogenberatungsstelle, die meist auch mit dem Jugendamt kooperieren. In der Beratungsstelle können die Eltern sich verschiedene Therapiemöglichkeiten anschauen und diese in die Wege leiten. Das Jugendamt kann eine Familienhilfe stellen, die regelmäßigen zur Familie nach Hause kommt und unterstützende Arbeit leistet. Sie berät, kann zu Terminen begleiten, als auch Aktivitäten mit dem Kind unternehmen, um aus der Alltagssituation herauszukommen. 
Zusätzlich gibt es (vom Ort abhängig) Gruppenangebote für die Kinder, wie z.B. das Projekt ‚Trampolin‘. In solchen Projekten lernen die Kinder, dass es noch viele andere Kinder gibt, die ähnliche Erlebnisse gemacht haben. Sie können sich bei Spiel und Spaß austauschen und sie werden durch Fachkräfte in ihrer Resilienz bestärkt. Die psychische Belastung wird verringert und die Handlungskompetenz gestärkt. Resilienz ist die psychische Widerstandskraft; also die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Dies ist bei den Kindern in suchtbelasteten Familien besonders wichtig. 

Wieso die Resilienz bei Kindern eine Rolle spielt?

Ergotherapie hat als Ziel, die Kinder zu stärken und selbstbewusst für sich und andere einstehen zu können. Sie sollen ein zufriedenes Leben führen können, und das selbstständig und mit den Herausforderungen und Problemen, die jedem von uns immer wieder begegnen, souverän umgehen können. Das muss gelernt sein. Und genau dafür brauchen unsere Kinder Resilienz. 

Faktoren, die die Entwicklung der Resilienz bei Kindern fördern
  1. soziale Kompetenz.
  2. positive Selbstwahrnehmung.
  3. angemessene Selbststeuerungsfähigkeit.
  4. Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit.
  5. angebrachter Umgang mit Stress.
  6. Fähigkeit Probleme zu lösen.

Diese Faktoren beeinflussen die ergotherapeutische Arbeit. Sie sind enorm wichtig, um bei Kindern erfolgreich therapieren zu können.

Besonders die Eltern stehen in dem ergotherapeutischen Prozess im Fokus. Elternarbeit ist hier also unabdingbar. Kinder hören, sehen und erleben, wie Mama und Papa mit stressigen Situationen umgehen. 

 

Bücher über Resilienz als Empfehlung 

  1. Resilienz bei Kindern  – Taschenbuch
  2. Stärkenschatzkiste für Kinder und Jugendliche
  3. Mein Kind– selbstbewusst und stark
  4. Kinder stark machen

Die Resilienz sollte natürlich bei all unseren Kindern gestärkt werden, also beließ dich gern zu dem Thema! Du wirst sehen, es bringt so viel positive Veränderung für dein Kind! Besuch auch diesen Kurs, der ist wirklich toll, wenn du schnell in das Thema herein wachsen möchtest!

 

Oft ist bei dem FAS auch oft der Medienkonsum bei den Kindern ein Thema. In DIESEM Blogbeitrag kannst du nachlesen, wieviel Konsum wirklich ok ist und vorallem, was du tun kannst, um den Konsum in Grenzen zu halten!

 

Ergoling

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Ergoling

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